Ambulantes Hospiz Mülheim a. d. Ruhr e.V.

Leben in Würde bis zuletzt

Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Trauernden

 

 

 

 

Wochenendseminar der Ehrenamtlichen in Ehreshoven

Ehreshoven2016 Gruppe
 

Das diesjährige Wochenendseminar fand wiederum im Haus der Malteser in Ehreshoven statt, und zwar vom 1. bis zum 3. Juli 2016. Fünfundzwanzig Ehrenamtliche, von denen acht erst vor wenigen Wochen ihren Vorbereitungskurs abgeschlossen hatten, machten sich am Freitag Nachmittag auf den Weg. Heftige Regenschauer begleiteten uns, konnten unsere Vorfreude aber nicht trüben. Gleich nach der Ankunft trafen wir uns zur großen Runde im Seminarraum und wurden von Frau König, auch im Namen des Vorstandes begrüßt. Nach einer Vorstellungsrunde überreichten Frau König und Frau Guntermann die Ernennungsurkunden an die ‚Neuen‘.

Nach dem Abendbrot wurde die Zeit für intensive Gespräche von allen Teilnehmern gern genutzt. 

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Arbeitsthemas: Späte Versöhnung. Frau Dorothee Döring konnte als Referentin für dieses Thema gewonnen werden, eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Lebens- und Konfliktberatung.

Frau Döring schilderte eine typische Situation am Kranken- bzw. Sterbebett: Familienangehörige, meist die Kinder, realisieren, dass es offene Punkte aus der Kindheit gibt, die sie immer noch mit Groll erfüllen und einem Gespräch bzw. einer Versöhnung am Sterbebett im Wege stehen. Ganz verfahren scheint die Situation dann, wenn die Kinder wegen dieser seelischen Verletzungen den Kontakt zu den Eltern schon vor Jahren abgebrochen haben. Alle Parteien stehen damit vor einem Dilemma: die Kinder ahnen, dass der alte Groll mit dem Tod der Eltern nicht erledigt ist, sondern auflebt und sie Zeit ihres Lebens mit Schuldgefühlen oder Verbitterung belasten wird. Die Eltern möchten angesichts ihres Lebensendes ‚reinen Tisch’ machen, wissen aber nicht wie. Oft wissen sie nicht, was die Kinder ihnen vorwerfen.

 

Vorstand 2017

Am 20. März 2017-04-23

wurde in der Mitgliederversammlung des Ambulanten Hospizes ein neuer Vorstand gewählt.

 

Frau Watermann, eine Frau der ersten Stunden, die seit 2004 stellvertretend Vorsitzende und seit 2014 weiterhin als Beisitzerin im Vorstand tätig war, ist aus eigenem Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden und stellte sich nicht mehr zur Wahl.

Frau Watermann war neben der Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden, Koordinatorin, Seminar- und Gruppenleiterin und hat die Büroarbeit des Ambulanten Hospizes erledigt. Seit 2008 ist sie Stellvertreterin unserer jetzigen Koordinatorin, Frau Guntermann. Mit dieser Aufgabe wird sie auch weiterhin dem Ambulanten Hospiz  zur Verfügung stehen.

Frau Watermann hat sich selbst sehr bemüht einen neuen Kandidaten für ihren vakanten Beisitz in der Vorstandschaft zu finden. Mit Herr Dr. Matthias Schröer ist ihr das auf das Beste gelungen.

Herr Dr. Schröer ist wohnhaft in Mülheim. Er ist 50 Jahre alt, verheiratet und hat 3 Kinder. Er ist Chirurg mit einer Einzelpraxis und seit 7 Jahren in Heissen tätig.

Herr Dr. Schröer ist nunmehr Beisitzer in der Vorstandschaft des Ambulanten Hospizes.

 

Die Vorstandschaft setzt sich nun wie folgt zusammen.

 

Vorsitzender

Herr Prof. Dr. Dr. Henning J. König

Chefarzt a. D. am St. Marienhospital

Stellv. Vorsitzender

Herr Dr. Thomas Nordmann

Chefarzt am St. Marien-Hospital

Schatzmeister

Herr Bernd Bellenbaum

Steuerberater

Schriftführer

Herr Stefan Lomberg

Dipl.-Wirtsch.-Ing.

Beisitzerin

Frau Ursula König

Leiterin des Ambulanten Hospizes

Beisitzerin

Herr Dr. Matthias Schröer

Chirurg

Beisitzer

Herr Wilhelm Wershoven

Dipl. Volkswirt

See-Schiff 

Im August 2016 verstarb nach einer längeren, schweren Erkrankung die Schwester meiner Freundin aus Köln im Alter von 84 Jahren.

Sie hatte mehrere Wochen im Krankenhaus gelegen und kam von dort aus mit ihrem Einverständnis direkt in ein Kölner Hospiz, ohne nochmal in ihrer Wohnung gewesen zu sein. Sie fühlte sich im Hospiz sehr wohl und sagte allen Mitarbeitern und Besuchern, sie habe ein wunderbares neues Zuhause gefunden. Im Hinblick auf ihren nahenden Tod hatte sie den Wunsch geäußert und auch schriftlich festgelegt, dass sie auf See bestattet werden wollte.

Um diesem Wunsch zu entsprechen schloss meine Freundin bei einem Bestatter einen Vorsorgevertrag für eine Seebestattung ab.  

Danach wollten wir ihre Schwester im Hospiz besuchen. Als wir gegen Mittag dort ankamen, teilte man uns mit, dass die Schwester vor einer halben Stunde verstorben war. Sie war ruhig und friedlich in ihrem Bett eingeschlafen. Meine Freundin nahm die Nachricht vom Tode ihrer Schwester gefasst auf. Ich war sehr froh und dankbar, dass ich meiner Freundin in dieser Stunde zur Seite stehen konnte. Wir gingen in das Zimmer der Verstorbenen, die friedlich und zufrieden lächelnd in ihrem Bett lag. Ihr Zimmer war mit Blumen und Kerzen liebevoll hergerichtet. Wir setzen uns zu ihr und konnten in Ruhe Abschied nehmen. Anschließend setzten wir uns noch mit den Mitarbeitern des Hospizes zusammen.

Schließlich verabschiedeten wir uns von den Mitarbeitern und ich fuhr erleichtert und dankbar, dass ich zufällig am Todestag der Schwester meiner Freundin in Köln war, nach Hause.

Nun standen wir noch vor der Aufgabe, den letzten Wunsch der Verstorbenen zu erfüllen und eine Seebestattung zu organisieren.

Liebe MitarbeiterInnen des Ambulanten Hospiz MH,

es ist mr ein Bedürfnis, ein kleines Feedback zu dem Thema "Späte Versöhnung" zu geben.
Bei Ihrem Wochenendseminar in Ehreshoven beschäftigten Sie sich
unter Leitung der Referentin Dorothee Döring mit einem schweren, aber überaus wichtigen Thema
der Reihe Konfliktberatung "Späte Versöhnung". Dieser Vortrag mit anschließendem Gespräch muß
wohl besonders gut gelungen sein, da es doch tatsächlich garnicht so einfach ist, gute Gespräche,
event. gar Hilfe anzubieten, wenn Familienkonflikte bis in die vergangene Kindheit hineinreichen,
zumal es in der Geschichte der Referentin um Friedensfindung sterbender Eltern ging.
Herzliche Gratulation!

Ihre Lebhaftigkeit in der Gruppe, wie ich in Ihrem Bericht gelesen habe, hat mich fasziniert und erfreut,
da es ja Offenheit, Mut und Ehrlichkeit badarf, über so ein Thema glaubwürdig ins Gespräch zu kommen.
Ich wünsche Ihnen bei Ihren ehrenamtlichen Diensten am Krankenbett denselben Mut wie in Ihren Gesprächen,
aber ebenso Kraft und Gottes Segen.

Reinhard Sprafke, Diakon

Ein Dankeschön-Fest für unsere ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter.

Das Jubiläumsfest begann mit einem Ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Barbara, an dem die Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizes und die geladenen Gäste teilnahmen.

Der Gottesdienst wurde von Herrn Pfarrer Manfred von Schwarzenberg, Frau Pfarrerin Klaudia Schmalenbach und Herrn Diakon Reinhard Sprafke gestaltet.

Pfarrer von Schwarzenberg wies in seiner Ansprache auf den Zusammenhang zwischen der Hospizarbeit und dem Motto des Heiligen Jahres „Barmherzig wie der Vater“ hin. Er lobte die Barmherzigkeit in der Hospizarbeit und machte den Beteiligten Mut für ihr weiteres Tun.

Unser besonderer Dank gilt Frau Pfarrerin Schmalenbach für ihre einfühlsamen Grußworte, in dem sie den Ehrenamtlichen dankte, Sie für ihr Tun würdigte und ihnen weiterhin Kraft und Gottes Segen wünschte. Auch mit dem Hinweis, dass am Lebensende geweint werden darf und als Hilfe dafür übergab sie für alle Ehrenamtliche eine große Tüte mit besonders gestalteten Taschentüchern.

Nachdem Gottesdienst versammelten sich alle im Gemeindesaal der Pfarrei St. Barbara.

Wir danken Herrn Oberbürgermeister Ulrich Scholten, der in seinem Grußwort, die Anerkennung unserer Dienste für die Stadt Mülheim an der Ruhr hervorhob.

Herrn Stadtdechanten Pfarrer Michael Janßen danken wir für sein Grußwort, in dem er das Wirken unserer Ehrenamtlichen mit „Engeln auf Erden“ würdigte.

Das herzliche Grußwort des Stiftungs-Direktors des Ev. Krankenhauses  Herrn Nils Krog war Ausdruck der guten Zusammenarbeit mit dem Ev. Krankenhaus und den dazugehörigen Institutionen. Er überreichte uns eine sehr  schönen Orchidee mit dem Hinweis, diese auf die Fensterbank in unseren neuen Büroräumen beim Pflegedienst Palliativ Pflege Ruhr, zu stellen.

Das werden wir gerne tun, da wir Anfang Juni diesen Jahres in die Räumlichkeiten des Pflegedienstes mit einziehen werden, um gemeinschaftlich die hospizliche und palliative Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden in Mülheim zu gewährleisten.

Wir sind sehr dankbar für all die mitfühlenden Worte und Zeichen der Verbundenheit.

Ein spezielles Dankeschön für die Ehrenamtlichen und die Vorstellung ihrer Aufgaben durch die Leiterin Frau Ursula König hat den offiziellen Teil des Festes abgeschlossen.

Danach hat Frau Petra Afonin mit ihrem Theater- und Chanson-Programm „Es ist nie genug“ einen sehr eindrucksvollen Beitrag zu unserem Hospizgedanken,  Leben in Würde bis zuletzt, geboten. Trotz des schweren Themas hat es darin genügend Raum für kabarettistische und heitere Momente gegeben und somit unser 20jähriges Jubiläum rund und unterhaltsam gemacht.