Ambulantes Hospiz Mülheim a. d. Ruhr e.V.

Leben in Würde bis zuletzt

Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Trauernden

 

 

 

 

Führung über den Mülheimer Hauptfriedhof

 

Zu einem Rundgang über den Mülheimer Hauptfriedhof trafen sich im September 2015 ehrenamtliche MitarbeiterInnen des Ambulanten Hospizes Mülheim. Herr Wolfgang Rosenberger, Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung, informierte sowohl über die Geschichte des Friedhofes als auch über die dortigen Bestattungsmöglichkeiten.Hauptfriedhof Gruppe

Rund um Kirchen fand und findet man „Kirchhöfe“ mit Grabstätten für die Verstorbenen der Gemeinde. Mit wachsender Bevölkerung und damit zunehmendem Platzmangel dezentralisierte man die „Friedhöfe“ an die Ränder der Orte.

Nachdem der Altstadtfriedhof zu klein geworden war, schrieb die Stadt MH im Jahre 1915 einen öffentlichen Wettbewerb zur Anlage eines neuen Friedhofs aus. 70 Bewerber reichten ihre Entwürfe ein.

Der Siegerentwurf „Den Toten zur Ruh – den Lebenden zur Erholung“ (Inschrift im Bogen des Haupteingangs) des Mülheimer Architekten Theodor Suhnel und der Entwurf „Grünumhegt“ der zweitplatzierten Landschaftsarchitekten Friedrich Bauer und Walter Günther aus Magdeburg wurden vereinigt und als Teil I realisiert.

 

Auch in diesem Jahr hatte der Vorstand die Ehrenamtlichen zu einer Fortbildungsveranstaltung in die Malteser Kommende in Ehreshoven eingeladen. Die Veranstaltung fand vom 1. bis zum 3. Mai statt und stand unter dem Arbeitstitel: 

„Achtsamkeit als Haltung und Fähigkeit in der Begleitung von Menschen mit Demenz und in der Sterbebegleitung „. 

Es machten sich insgesamt 23 Ehrenamtliche gut gelaunt und in froher Erwartung auf den Weg. Die meisten von ihnen kannten die Malteser Begegnungsstätte bereits von früheren Tagungen und wussten, dass nicht nur Arbeit auf sie wartete, sondern auch gute persönliche Gespräche und ein anregendes Ambiente zum Wohlfühlen. Auch das herrliche Frühlingswetter trug zu der guten Stimmung bei. 

Ehreshoven-2015-1

In Ehreshoven angekommen bot eine windgeschützte Sitzecke im Innenhof Gelegenheit,   Kaffee und Kuchen bei strahlendem Sonnenschein draußen zu genießen. Die Sportlichen in der Runde nutzten die Zeit für einen Spaziergang. 

 

Der Vorsitzende Prof. König begrüßte die Anwesenden und dankte den Ehrenamtlichen für

Ihre Aktivitäten im Berichtsjahr 2014.

Bericht des Vorsitzenden

Die Mitgliederentwicklung ist auch im letzten Jahr stabil geblieben. Weiterhin ist die Werbung für die Hospiz-Idee wichtig, um so neue Mitglieder     für das Ambulante Hospiz zu gewinnen. Der Anstieg auf 58 durchgeführte Begleitungen im Jahr 2014 war sehr positiv; hingegen ist der Rückgang der Beratungen auf 21 wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass mehrere andere Institutionen nun auch diese Beratungen in Mülheim durchführen; ferner wurden in 2014 auch viele Fragen zum neuen Stationären Hospiz beantwortet.

Bei der Vielzahl der durchgeführten ständigen Aktivitäten in 2014 ist besonders die regelmäßige Teilnahme an den onkologischen Besprechungen im St. Marien-Hospital und im Evangelischen Krankenhaus zu erwähnen. Außerdem fanden mittwochs regelmäßig Gruppenabende für die Ehrenamtlichen statt.

Auch der Neujahrsempfang ist sehr gut angenommen worden und nun ein zusätzlicher wichtiger Bestandteil zum Austausch der Erfahrungen bei Begleitungen für Vorstand und Ehrenamtliche.

Weiterhin versucht das Ambulante Hospiz das Palliative Care Netzwerk Mülheim auf den Weg zu bringen; hierfür wurden mehrere Treffen mit den interessierten Pflegediensten durchgeführt.

Von Frau König wurden wieder mehrere Vorträge gehalten.

Prof. König dankte den Herren Korte und Menne für die Überarbeitung der Internetseite.

Im September 2014 unternahm eine Gruppe von etwa 20 Personen des Vereins Ambulantes Hospiz Mülheim an der Ruhr einen Besuch auf dem Waldfriedhof in Duisburg, um sowohl die dortigen Bestattungsmöglichkeiten als auch das Krematorium kennenzulernen.  

Der älteste Teil des Friedhofs stammt bereits aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Dementsprechend findet man heute einen weitläufigen Park vor mit alten, schattenspendenden Bäumen, der einen ruhigen und würdigen Hintergrund für die unterschiedlich gestalteten Gräber abgibt. 

In Duisburg insgesamt gibt es 17 städtische und 19 kirchliche Friedhöfe. Es lässt sich ein Trend zur Urnenbestattung beobachten, d.h. heute werden 65 % der Verstorbenen eingeäschert und in einer Urne beigesetzt. Das hat sicherlich seinen Grund in der höheren finanziellen Belastung, die auf Hinterbliebene zukommt, wenn sie sich für eine Sargbestattung entscheiden. Aber nicht nur das liebe Geld spielt eine gewichtige Rolle sondern auch der verbreitete Wunsch der Hinterbliebenen nach einer pflegefreien Grabstätte. Dies entspricht der veränderten Lebenswirklichkeit der Menschen, die wegen beruflicher aber auch verschiedener persönlicher Umstände nicht  immer in der Lage sind, sich um die Grabpflege selbst zu kümmern. 

WaldgrabIm Gegensatz zu der in der Vergangenheit gehandhabten konservativen und regulatorischen Haltung der Kirchen und Gemeinden, hat sich nunmehr eine liberale  Auffassung durchgesetzt, die den Wünschen der Bürger entgegenkommt. Dafür ist der Waldfriedhof ein erfreuliches Beispiel, der eine Vielfalt an unterschiedlichen Bestattungsarten anbietet.  

Neben den klassischen Grabarten wie den Wahlgräbern für Sarg oder Urne gibt es die Möglichkeit, Urnen um einen Baum herum beizusetzen. In diesem Fall weist ein Findling in der Rasenfläche mit dem Namen des Verstorbenen auf den Ort der Beisetzung hin und gibt den Angehörigen einen konkreten Bezugspunkt. Ein zentraler Ablageplatz für Blumen oder Kerzen ist vorhanden.  

 

Und das soll meine künftige Ruhestätte sein? Wie geht so etwas?

Ich glaube, fast jeder Mülheimer kennt ihn, den Mülheimer Altstadtfriedhof. Kennen sie aber die historische Geschichte oder die gegenwärtige Gesamtlage dieses 200jährigen Friedhofs? Genaueres wusste ich auch nicht. Natürlich ist mir der Friedhof durch gelegentliche Spaziergänge bekannt. Und dabei machten die Grabstätten mit ihrer historischen Struktur auf mich einen starken Eindruck.

Denn viele bedeutende Mülheimer Familien des 19. Jahrhunderts haben hier ihre letzte Ruhe gefunden, darunter Industriellenfamilien wie Stinnes und Thyssen, deren imposante, monumentale Grabstätten Sie gepflegt vorfinden. Auch bekannte Unternehmerfamilien wie Schmitz-Scholl, Begründer des Weltkonzerns Tengelmann, oder der Lederfabrikant Coupienne haben hier ihre Ruhestätten. Das parkähnliche Gelände mit seinem schönen alten Baumbestand war lange Zeit in Vergessenheit geraten und wurde erst Mitte der 1980er Jahre aufwendig unter denkmalpflegerischen und ökologischen Gesichtspunkten restauriert. Daneben gibt es jedoch alte, ungepflegte und vermooste Grabstätten die auf mich einen meist traurigen Anblick machten.