Ambulantes Hospiz Mülheim a. d. Ruhr e.V.

Leben in Würde bis zuletzt

Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Trauernden

 

 

 

 

Eröffnungsfeier

Mülheim hat nun eine gute, ambulante Palliativ-Versorgung, die das Ambulante Hospiz initiiert hat.

Schon im Jahre 2015 haben wir allen Mülheimer Pflegediensten brieflich mitgeteilt, dass wir die Schulung für die Palliativ-Pflege von 10 MitarbeiterInnen sponsern werden.

Nach mehreren, langen Verhandlungen mit der Barmer Ersatzkasse hat sich lediglich der ambulante Pflegedienst der Diakonie bereit erklärt 8 seiner MitarbeiterInnen auszubilden. Für diese 8 MitarbeiterInnen hat das Ambulante Hospiz die Kosten der Ausbildung bezahlt und wird auch die weitere Ausbildung von nochmals 2 PflegerInnen übernehmen.

Seit Juni ist nun das Ambulante Hospiz mit dem Pflegedienst Pflege.Palliativ.Ruhr in der Leineweberstraße 37-39 in Mülheim zusammen gezogen.

Diese Wohngemeinschaft kann sich durch die Arbeitsweise der kurzen Wege bestens unterstützen.

Wir sind sehr froh, dass nun die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden in Mülheim auch im Sinne der palliativen Pflege gewährleistet ist.

 

„Trauer ist Liebe“

Besuch des Bestattungshauses Pütz-Roth in Bergisch Gladbach

Pütz-roth-07

Am 3. Mai 2017 fuhr eine Gruppe von 19 Ehrenamtlichen in Begleitung von Professor König und seiner Frau sowie Frau Guntermann nach Bergisch Gladbach, um das Bestattungshaus Pütz-Roth kennenzulernen.

Schon die Lage des Unternehmens und die Gebäude waren ungewöhnlich und machten uns neugierig, mehr zu erfahren. Herr Gill, der Mitgeschäftsführer nahm sich die Zeit, uns die Historie und Philosophie des Unternehmens vorzustellen und bei einem Rundgang die besonderen Einrichtungen des Hauses und des Gartens zu erläutern.

Fritz Roth, der inzwischen verstorbene Firmengründer, begann seine Tätigkeit als Bestatter Anfang der achtziger Jahre. Er beobachtete bei den üblichen Dienstleistern in seiner Branche die Tendenz, den Hinterbliebenen einen Rundumservice anzubieten, der den Betroffenen alle Arbeit abnahm, ihnen aber auch den Verstorbenen „wegnahm“. Kaum war der Bestatter informiert, wurde der Leichnam abgeholt. Entweder sahen die Angehörigen ihn nicht wieder oder in der Leichenhalle eines Friedhofes im Rahmen enger Besuchszeiten. Das hatte zur Folge, dass die Hinterbliebenen, die sich ohnehin im Ausnahmezustand befanden, keine Gelegenheit hatten, sich in Ruhe von dem Toten zu verabschieden und sich darüber klar zu werden, wie, wo und wann die Beisetzung stattfinden soll. Zudem gab es oft engherzige gesetzliche Bestimmungen oder auch behördliche Vorgaben, die es den Angehörigen praktisch unmöglich machten, individuelle Vorstellungen und Wünsche durchzusetzen.

Wochenendseminar der Ehrenamtlichen in Ehreshoven

Ehreshoven2016 Gruppe
 

Das diesjährige Wochenendseminar fand wiederum im Haus der Malteser in Ehreshoven statt, und zwar vom 1. bis zum 3. Juli 2016. Fünfundzwanzig Ehrenamtliche, von denen acht erst vor wenigen Wochen ihren Vorbereitungskurs abgeschlossen hatten, machten sich am Freitag Nachmittag auf den Weg. Heftige Regenschauer begleiteten uns, konnten unsere Vorfreude aber nicht trüben. Gleich nach der Ankunft trafen wir uns zur großen Runde im Seminarraum und wurden von Frau König, auch im Namen des Vorstandes begrüßt. Nach einer Vorstellungsrunde überreichten Frau König und Frau Guntermann die Ernennungsurkunden an die ‚Neuen‘.

Nach dem Abendbrot wurde die Zeit für intensive Gespräche von allen Teilnehmern gern genutzt. 

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Arbeitsthemas: Späte Versöhnung. Frau Dorothee Döring konnte als Referentin für dieses Thema gewonnen werden, eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Lebens- und Konfliktberatung.

Frau Döring schilderte eine typische Situation am Kranken- bzw. Sterbebett: Familienangehörige, meist die Kinder, realisieren, dass es offene Punkte aus der Kindheit gibt, die sie immer noch mit Groll erfüllen und einem Gespräch bzw. einer Versöhnung am Sterbebett im Wege stehen. Ganz verfahren scheint die Situation dann, wenn die Kinder wegen dieser seelischen Verletzungen den Kontakt zu den Eltern schon vor Jahren abgebrochen haben. Alle Parteien stehen damit vor einem Dilemma: die Kinder ahnen, dass der alte Groll mit dem Tod der Eltern nicht erledigt ist, sondern auflebt und sie Zeit ihres Lebens mit Schuldgefühlen oder Verbitterung belasten wird. Die Eltern möchten angesichts ihres Lebensendes ‚reinen Tisch’ machen, wissen aber nicht wie. Oft wissen sie nicht, was die Kinder ihnen vorwerfen.

 

Vorstand 2017

Am 20. März 2017-04-23

wurde in der Mitgliederversammlung des Ambulanten Hospizes ein neuer Vorstand gewählt.

 

Frau Watermann, eine Frau der ersten Stunden, die seit 2004 stellvertretend Vorsitzende und seit 2014 weiterhin als Beisitzerin im Vorstand tätig war, ist aus eigenem Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden und stellte sich nicht mehr zur Wahl.

Frau Watermann war neben der Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden, Koordinatorin, Seminar- und Gruppenleiterin und hat die Büroarbeit des Ambulanten Hospizes erledigt. Seit 2008 ist sie Stellvertreterin unserer jetzigen Koordinatorin, Frau Guntermann. Mit dieser Aufgabe wird sie auch weiterhin dem Ambulanten Hospiz  zur Verfügung stehen.

Frau Watermann hat sich selbst sehr bemüht einen neuen Kandidaten für ihren vakanten Beisitz in der Vorstandschaft zu finden. Mit Herr Dr. Matthias Schröer ist ihr das auf das Beste gelungen.

Herr Dr. Schröer ist wohnhaft in Mülheim. Er ist 50 Jahre alt, verheiratet und hat 3 Kinder. Er ist Chirurg mit einer Einzelpraxis und seit 7 Jahren in Heissen tätig.

Herr Dr. Schröer ist nunmehr Beisitzer in der Vorstandschaft des Ambulanten Hospizes.

 

Die Vorstandschaft setzt sich nun wie folgt zusammen.

 

Vorsitzender

Herr Prof. Dr. Dr. Henning J. König

Chefarzt a. D. am St. Marienhospital

Stellv. Vorsitzender

Herr Dr. Thomas Nordmann

Chefarzt am St. Marien-Hospital

Schatzmeister

Herr Bernd Bellenbaum

Steuerberater

Schriftführer

Herr Stefan Lomberg

Dipl.-Wirtsch.-Ing.

Beisitzerin

Frau Ursula König

Leiterin des Ambulanten Hospizes

Beisitzerin

Herr Dr. Matthias Schröer

Chirurg

Beisitzer

Herr Wilhelm Wershoven

Dipl. Volkswirt

See-Schiff 

Im August 2016 verstarb nach einer längeren, schweren Erkrankung die Schwester meiner Freundin aus Köln im Alter von 84 Jahren.

Sie hatte mehrere Wochen im Krankenhaus gelegen und kam von dort aus mit ihrem Einverständnis direkt in ein Kölner Hospiz, ohne nochmal in ihrer Wohnung gewesen zu sein. Sie fühlte sich im Hospiz sehr wohl und sagte allen Mitarbeitern und Besuchern, sie habe ein wunderbares neues Zuhause gefunden. Im Hinblick auf ihren nahenden Tod hatte sie den Wunsch geäußert und auch schriftlich festgelegt, dass sie auf See bestattet werden wollte.

Um diesem Wunsch zu entsprechen schloss meine Freundin bei einem Bestatter einen Vorsorgevertrag für eine Seebestattung ab.  

Danach wollten wir ihre Schwester im Hospiz besuchen. Als wir gegen Mittag dort ankamen, teilte man uns mit, dass die Schwester vor einer halben Stunde verstorben war. Sie war ruhig und friedlich in ihrem Bett eingeschlafen. Meine Freundin nahm die Nachricht vom Tode ihrer Schwester gefasst auf. Ich war sehr froh und dankbar, dass ich meiner Freundin in dieser Stunde zur Seite stehen konnte. Wir gingen in das Zimmer der Verstorbenen, die friedlich und zufrieden lächelnd in ihrem Bett lag. Ihr Zimmer war mit Blumen und Kerzen liebevoll hergerichtet. Wir setzen uns zu ihr und konnten in Ruhe Abschied nehmen. Anschließend setzten wir uns noch mit den Mitarbeitern des Hospizes zusammen.

Schließlich verabschiedeten wir uns von den Mitarbeitern und ich fuhr erleichtert und dankbar, dass ich zufällig am Todestag der Schwester meiner Freundin in Köln war, nach Hause.

Nun standen wir noch vor der Aufgabe, den letzten Wunsch der Verstorbenen zu erfüllen und eine Seebestattung zu organisieren.