Ambulantes Hospiz Mülheim a. d. Ruhr e.V.

Leben in Würde bis zuletzt

Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Trauernden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorbereitungskurs

in der Sterbebegleitung

 

 

Wir begleiten durch qualifizierte Ehrenamtliche Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige seit 1996 zuhause, in Krankenhäusern, Altenheimen und im stationären Hospiz.

 

Ein neuer Vorbereitungskurs für diese Tätigkeit beginnt Anfang Juni und

endet Ende September 2024.

In der Regel findet er donnerstags von 18 - 21 Uhr statt.

 

Wenn Sie Interesse oder Fragen haben, melden Sie sich bitte unter:

0208-304 486 80              oder

0160-786 88 45

 

 

 

 

 

 

 

Zum zweiten Mal in Mülheim an der Ruhr bietet das Ambulante Hospiz einen

„Letzte Hilfe Kurs„

an.

 

Dieser richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, die an Informationen und Basiswissen

zur Versorgung und Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen

interessiert sind.

Das Lebensende und Sterben machen uns als Mitmenschen oft hilflos. Altes Wissen

zur Sterbebegleitung ist verloren gegangen. In dem „Letzte Hilfe Kurs“ können sich

interessierte Bürger und Bürgerinnen darüber informieren, was sie für die ihnen

nahestehenden Menschen am Ende des Lebens tun können.

“Wir möchten Grundwissen und Orientierungshilfe vermitteln, die es dem Laien

ermöglichen Ängste im Umgang mit Sterbenden zu überwinden.“

Der Kurs soll ermutigen, auf einen sterbenden Angehörigen, Freund oder Nachbarn

offen und anteilnehmend zuzugehen.

 

Der Kurs findet am

Montag den 29. April 2024 von 17.00 Uhr bis 21.00 Uhr

in den Räumen des Ambulanten Hospizes Mülheim e.V., Kohlenkamp 7 statt.

 

Der Kurs ist kostenlos.

Anmeldung ist erforderlich unter 0208 – 304 486 80.

 

Letzte Hilfe: Was tun, wenn Angehörige sterben?

Zwei Expertinnen geben Tipps, wie Betroffene ihre schwerstkranken Familienmitglieder angemessen begleiten können

 

Erste Hilfe – das kennt man. Aber Letzte Hilfe? Familienangehörige in ihrem Lebensabend zu begleiten, gerade dann, wenn sie wissen, dass dieser krankheitsbedingt naht, erfordert Empathie. Elf Frauen und ein Mann aus allen Generationen nehmen sich vier Stunden Zeit, den richtigen Umgang mit dieser Situation zu lernen. Sie wollen sich von den Krankenschwestern Rafaela Schmitz und Lisa Weiler des Ambulanten Hospiz‘ am Kohlenkamp praktische Tipps für diese schwierige Phase geben lassen.

Beide Frauen koordinieren ambulante Hospizarbeit und bringen viel Erfahrung in Begleitung sterbender und schwerstkranker Menschen mit. „Bei der Ersten Hilfe geht es darum, Verletzungen zu versorgen und Menschen zu heilen. Bei der Letzten Hilfe geht es darum, sterbende Menschen zu begleiten und ihnen auf ihrer letzten Wegetappe Lebensqualität zu verschaffen“, erklärt Rafaela Schmitz den Kern des Kurses, der für die Teilnehmenden mit dem Erhalt eines Letzte-Hilfe-Zertifikates endet.

Bei einigen Angehörigen herrscht Unsicherheit

„Leben in Würde bis zuletzt“ steht auf einem Plakat an der Wand. Mit diesem Leitgedanken begleitet das Ambulante Hospiz seit dem Jahr 1996 schwerstkranke und sterbende Menschen. Rafaela Schmitz und Lisa Weiler machen deutlich, dass die von wenigen haupt- und ganz viel ehrenamtlichen Menschen geleistete ambulante Hospizarbeit nicht nur die Sterbenden, sondern auch deren Angehörigen entlasten will.

Warum nehmen Menschen an diesem Letzte-Hilfe-Kurs teil? Eine 37-jährige Frau will sich für die Begleitung ihrer 40-jährigen krebskranken Schwester stärken. Ein Ehepaar in der Lebensmitte will seinen Horizont erweitern. „Wir haben viele alte Menschen in unserem privaten Umfeld. Und wir mussten auch schon sterbende Freunde begleiten und haben dabei oft eine große Unsicherheit gespürt, was man machen und sagen darf“, erklärt der Mann.

Eine 61-jährige Frau wiederum hat bei der Begleitung sterbender Menschen in den Mülheimer Krankenhäusern schlechte Erfahrungen gemacht und möchte sich an diesem Abend für das nächste Mal rüsten lassen, um sich gegenüber Ärzten und Pflegekräften besser behaupten zu können. „Heute geht es in den Kliniken nur noch ums Geld und nicht mehr um die kranken und sterbenden Menschen“, schildert sie ihre Erfahrungen aus dem Medizinbetrieb.

Bei der Letzten Hilfe geht es darum, sterbende Menschen zu begleiten und ihnen auf ihrer letzten Wegetappe Lebensqualität
zu verschaffen.

Rafaela Schmitz, Krankenschwester
im Ambulanten Hospiz am Kohlenkamp

Schmitz und Weiler stellen unter anderem verschiedene Patientenverfügungen vor, mit denen Menschen rechtzeitig, wenn es ihnen geistig und körperlich noch gut geht, festlegen können, was sie auf ihrer letzten Wegstrecke wollen oder nicht wollen – einschließlich lebensverlängernder Maßnahmen, wie der künstlichen Ernährung mit einer Magensonde. Besonders empfehlenswert findet Schmitz einen umfassenden Vorsorgeordner, den man bei der Verbraucherberatung an der Leineweberstraße 54 erwerben kann. „Leider habe ich erfahren müssen, dass sich Krankenhausärzte über den in einer Patientenverfügung dokumentierten Willen hinweggesetzt haben“, sagt die 61-jährige Kursteilnehmerin.

„Klar ist: Wenn ein sterbender Mensch die Anwesenheit und Begleitung eines Menschen wünscht, dann darf dieser Mensch auch im Krankenhaus oder im Pflegeheim an seiner Seite sein. Egal, ob es sich um einen Verwandten, einen Freund oder um eine ehrenamtliche Begleiterin des Ambulanten Hospizes handelt“, sagt Rafaela Schmitz. Sie rät den Zuhörenden: „Ob es sich um ihre eigene Patientenverfügung oder um die Patientenverfügung eines Freundes oder Angehörigen handelt, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Schreiben und unterschreiben sie nur das, womit sie selbst auch leben können und entscheiden sie sich im Zweifel immer für das Leben.“

Botschaft: Da sein und die Situation gemeinsam aushalten

Lisa Weiler weist darauf hin, dass man sich in Grenzfragen auf dem Weg vom Leben zum Tod, wenn es etwa um den Sinn oder den Unsinn lebensverlängernder Maßnahmen geht, auch von Ethik-Fachleuten beraten lassen kann. Als Mitglieder einer Ethikkommission in Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind sie mit Grenzfällen vertraut und verfügen deshalb über einen reichen Erfahrungsschatz darüber, was an der Grenze zwischen Leben und Tod für sterbende Menschen gut ist.

„Ich tue mich mit einer Patientenverfügung schwer, weil ich mir gar nicht in allen Einzelheiten vorstellen kann, in welche Situationen ich am Lebensende gerate und welche lebensverlängernden Maßnahmen ich mir dann wünsche oder ablehne“, beschreibt eine Frau ihr Entscheidungsdilemma.

Am Ende des Kurses zeigt sich, dass Schmitz und Weiler die Teilnehmenden nicht nur mit ihrer Information über Palliativpflegedienste, niederschwellige Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr und Medikamente, die Schmerzen, Angst, Luftnot und Übelkeit am Lebensende lindern, erreicht haben. Besonders gut getan hat ihnen Weilers und Schmitz‘ Botschaft, „dass man für sterbende Menschen vor allem da sein und die Situation mit ihnen aushalten muss.“

Und dass da, wo Worte versagen, auch das Halten, Streichen und leichte Massieren einer Hand helfen und entlasten kann.

 

 

 

 

 

 

Gleich beide Hospize der Stadt werden ausgezeichnet

Bürgergesellschaft Mausefalle überreicht die Ehrengabe an die Leiterinnen der Einrichtungen.

Preis mit jeweils 2000 Euro dotiert


Gerald Hillebrand, Ursula König, Andreas Krajinski, Michael Jansen, Monja Mika, Markus Püll (v.l.)

Im gut besuchten Petrikirchenhaus wurde am Sonntag eine besondere Auszeichnung verliehen: „Jobs, der Kandidat“. Die Mülheimer Bürgergesellschaft Mausefalle vergibt diese sogenannte Ehrengabe an Menschen, „die sich in besonderer Weise um Mülheim verdient gemacht haben“.
In diesem Jahr fiel die Wahl erstmalig in der Geschichte auf zwei Personen, nämlich die Leiterinnen der beiden Mülheimer Hospize – das ambulante Hospiz, das sein Büro am Kohlenkamp hat, und das Hospiz an der Friedrichstraße. Die Ehrung ist mit jeweils 2000 Euro dotiert. „Die beiden Hospize leisten eine sehr wichtige Arbeit, die ganz direkt den Mülheimer Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt“, erklärt Andreas Krajinski, der Baas und somit Vorsitzende der Bürgergesellschaft, zur Wahl der beiden Preisträgerinnen. Es gebe wohl kaum eine Arbeit, die sich unmittelbarer positiv auf die Stadt auswirke, so Krajinski. „Wir waren uns schnell einig, dass diese beiden mehr als preiswürdig sind.“
Die Verleihung begann pünktlich um 15 Uhr mit kurzen Begrüßungsworten des Baas‘, gefolgt vom offiziellen Grußwort der Stadt, überbracht von Bürgermeister Markus Püll, in Anwesenheit diverser Vertreterinnen und Vertreter Mülheimer Institutionen, Vereine und Kirchen. Püll zitierte einen Freund, der im Hospiz an der Friedrichstraße betreut worden war und vor seinem Tod die dortige Arbeit mit den Worten beschrieb: „Diese Menschen bereiten den Vorgarten des Paradieses.“ Die Laudatio hielt der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises An der Ruhr, Gerald Hillebrand. Er gab einen Einblick in die Geschichte der Hospizbewegung und würdigte die Arbeit der beiden Mülheimer Hospize als wichtigen Beitrag, um den Tod als Teil des Lebens zurück in das öffentliche Bewusstsein zu holen.
Laut Ursula König, Leiterin des ambulanten Hospizes, soll der Betrag von 2000 Euro, der mit der Ehrung verbunden ist, den Menschen zugutekommen, die ihre Freizeit für die Hospizarbeit opfern.
Monja Mika, die das Hospiz an der Friedrichstraße leitet, zeigt sich ebenso dankbar: „Wir werden mit der Geschäftsleitung gemeinsam überlegen, wie das Geld sinnvoll eingesetzt werden kann.“


Wer sich für das ehrenamtliche Engagement der traditionsreichen Mülheimer Bürgergesellschaft Mausefalle interessiert, findet auf der Website www.mausefallemuehlheim.info weitere Infos und Kontaktdaten.