Ambulantes Hospiz Mülheim a. d. Ruhr e.V.

Leben in Würde bis zuletzt

Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Trauernden

 

 

 

 

Mit Dreiundzwanzig endlich selbständig

Seit unserem Gründungsjahr 1996 hat das

„Ambulante Hospiz Mülheim an der Ruhr e.V.“

mit anderen Institutionen in einer Hausgemeinschaft gelebt. Anfangs hatten wir unter Herren Klemens Anders ein kleines Bürozimmer bei der Caritas,  danach waren wir bis 2015 im St. Marienhospital untergebracht und ab 2016 leben wir zusammen mit dem Pflegedienst „Pflege Palliativ Ruhr“ in einer Wohngemeinschaft in der Leineweberstrasse.

Seit Dezember 2019 haben wir nun endlich ein eigenes Büro am Kohlenkamp 7

        

in der Mülheimer Innenstadt. Um die Ecke, die Leineweberstraße, vor dem Büro ein kleiner Parkplatz und über uns der Kirchenhügel mit St. Mariae Geburt und der Petrikirche. Somit wird unsere Aufgabe und unser Tun auch dort vom guten Geist getragen werden.

Die Vermieter, Familie Lucchese, haben uns bei der Renovierung mit großem Entgegenkommen unsere Gestaltungswünsche erfüllt. Die Inhaber der Firma Bernskötter werden uns bei der Einrichtung einer kleinen Teeküche großzügig unterstützen. Die Umzugsfirma Westhoff GmbH hat uns ein uneigennütziges Angebot  zu kommen lassen und bei Büromöbel TOP haben wir zu besten Konditionen unsere bereits vorhandenen Möbel ergänzen können.

Vieles war und ist noch zu organisieren doch im Neuen Jahr „2020“ werden wir in Mülheim an der Ruhr nun auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und das ist uns wichtig.

„Leben in Würde bis zuletzt“

Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen findet vorrangig zuhause bei den Kranken, aber auch  in den Krankenhäusern und Altenheimen im „Stillen“ statt und das ist auch gut so, denn unsere Begleitungen sind bestimmt von dem Respekt vor der Würde der Menschen, die sich uns anvertrauen.

Immer wieder erfahren wir jedoch, dass unser kostenloses Angebot der Begleitung nicht wahrgenommen wird, weil viele Menschen in Mülheim an der Ruhr uns nicht wahrnehmen und das Thema Sterben und Tod in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema ist.

Mit unserem neuen, offenen Büro wollen wir nun auch mitten in Mülheim an der Ruhr zeigen, dass wir da und erreichbar sind. Der Termin der Einweihungsfeier wird noch bekannt gegeben.                                                             

Ursula König

 

Pia-Dasa
Pia-Dasa
Eine Ausstellung über die Arbeit mit Tod und Trauer

Der Tod ist für viele Menschen ein oft verdrängtes Phänomen. Arbeitnehmer*innen, die sich mit Tod und Sterben auseinandersetzen, sind hier in einer anderen Situation: Sie gehen tagtäglich mit Trauer und Sterben um. Wie finden sie eine Balance zwischen emotionaler Betroffenheit und professioneller Distanz?

Die DASA-Ausstellung erzählt in einer Abfolge von Erlebnisräumen die bewegende Geschichte der 17-jährigen Pia, die mit dem Tod ihrer geliebten Oma Ruth fertig werden muss. Im Verlauf der Story treffen die DASA-Gäste mit Pia auf Profis, die das Mädchen auf ihrer Reise durch die Gefühlswelten begleiten. Eine Reise aus dem Leben, die überrascht und verwandelt.

Quelle:DASA

 

 

DASA Arbeitswelt Ausstellung

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

 

Friedrich-Henkel-Weg 1-25

44129 Dortmund

 

 

 

 

 

 

Schwerstkranke in Mülheim zuhause gut versorgt

Die letzte Lebensphase trotz schwerster Erkrankung zuhause zu verbringen, das ist ein verständlicher Wunsch. Dieser Wunsch kann für Schwerstkranke in Mülheim nun erfüllt werden, nachdem eine „Allgemeine Ambulante Palliativ Versorgung“ ( AAPV) und ab Juli auch eine „Spezialisiert Ambulante Palliativ Versorgung „(SAPV) gewährleistet ist. Das Ambulante Hospiz ist in diese Versorgungen mit eingebunden.

Unsere ehrenamtlichen Begleiter*innen erlebten immer wieder, dass Menschen, die schwerstkrank sind , zwischen ihrer Wohnung, in der sie nicht ausreichend medizinisch versorgt werden konnten und dem Krankenhaus mehrfach hin und her pendeln. Nach einer zwischenzeitlichen Versorgung  im Krankenhaus, mit Schmerz- und Symptombehandlung , kamen sie wieder nach Hause , um am Ende doch im Krankenhaus zu sterben.

Daher ergriff das Ambulanten Hospizes bereits 2014 im Zusammenwirken der Krankenkassen und der Mülheimer Pflegedienste die Initiative,  einen Palliativpflegedienst in Mülheim zu gründen. Allen Pflegediensten der Stadt wurde angeboten, die Fortbildung für zehn Fachkräfte zu finanzieren. Allein die Diakonie nahm dieses Angebot an und bildete 10 ihrer Fachkräfte in „Allgemeiner Ambulanter Palliativ Versorgung“ (AAPV) aus.

Seit 2016 versorgen diese Fachkräfte im Pflegedienst „Pflege Palliativ Ruhr“ zusammen mit ihren Angehörigen, unheilbarKranke zuhause.                                                                 

Was bedeutet  AAPV  „Allgemeine Ambulante Palliativ Versorgung“: Sie hat das Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten mit ihren Angehörigen so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung, in stationären Pflegeeinrichtungen, bzw. stationären Hospizen zu ermöglichen.

Die Palliativversorgung wird vom Hausarzt verordnet, wenn ein Patient an einer unheilbaren Krankheit leidet und die Lebenserwartung  wenige Wochen oder Monate beträgt. Es sind Menschen, die an Tumorerkrankungen leiden, neurologische Krankheiten, wie Parkinson im fortgeschrittenen Stadium haben, schwer Herzkranke oder chronische Nierenkranke, die die Dialyse ablehnen.

Die Kosten werden von der Kranken- und Pflegekasse getragen.

Die Palliativpflege erfolgt durch den ambulanten Pflegedienst mit palliativmedizinischer Basisqualifikation mit dem Ziel, die Symptome der Erkrankung ohne Termindruck zu lindern.

  • Das bedeutet für den Kranken: Umfassende, individuelle und fachkundige Beratung und Unterstützung rund um das Thema Pflege und Palliativversorgung
  • 24-Stunden-Bereitschaft
  • Grundpflegerische Versorgung B. Hilfestellung bei der Körperpflege, der Mobilität, der Ernährung  und der Ausscheidung
  • Medizinische Behandlungspflege B. Erbringen der vom Arzt verordneten Leistungen zur Schmerztherapie, wie Medikamentengabe, Infusionen, Port- und Wundversorgung 
  • Versorgungs- und Medikamenten–Management durch Abholung von Medikamenten und Zusatzernährung aus der Apotheke
  • Psychosoziale Begleitung mit Hinzuziehung des Ambulanten Hospizes

Ab Juli dieses Jahres steht den Schwerstkranken nun auch eine  „Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung“  (SAPV)  – in Ergänzung zur  AAPV  -  zur Verfügung.

Die niedergelassenen Haus- und Fachärzte  des Vereins Doc-Net in Mülheim haben diese spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) aufgebaut.  Sie wird von den Haus- oder Palliativärzten verordnet und von den Krankenkassen erstattet.

In Mülheim stehen den Sterbenskranken derzeit sechs spezialisierte, niedergelassene Palliativärzte und zusätzlich Palliativärzte aus den beiden Krankenhäusern sowie fünf spezialisierte Palliativ Pflegekräfte 24 Stunden an 365 Tagen zur Seite. Ein Büro für die Koordinierungsstelle ist eingerichtet.

Die  SAPV  greift immer dann, wenn die  AAPV  der höheren Symptomlast der Schwerstkranken nicht mehr gerecht werden kann und die aus dem Krankheitsverlauf resultierenden Probleme den Einsatz eines  spezialisierte Palliativteams  SAPV  notwendig machen. Dieser Einsatz kann vorrübergehend oder dauerhaft stattfinden. Jedoch nur ein Teil aller sterbenskranker Menschen – etwa ein Zehntel - haben diese besondere Art der Zuwendung nötig.

Die SAPV ist ein Baustein und Teil einer Versorgungsstruktur für ausschließlich auf Palliativ-versorgung angewiesene, schwerstkranke Menschen und deren Angehörigen.

Was beinhaltet die SAPV „Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung“

  • Berücksichtigung und Einbeziehung gewachsener Strukturen
  • Koordinierung und Vernetzung von notwendigen Versorgungsleistungen
  • Arbeit in Teams und Netzwerken mit regelmäßiger multiprofessioneller Fallbesprechung
  • Dokumentation
  • Spezialisierte palliativärztliche und palliativpflegerische Beratung und Versorgung
  • Kooperationen mit Pflegediensten, vor allem dem Pflegedienst Pflege Palliativ Ruhr, der durch die AAPV  spezialisiert ist auf die Betreuung sterbenskranker Menschen.
  • Einbindung der Psychoonkologie
  • Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospiz für die psychosoziale Betreuung
  • Kooperation mit dem Stationären Hospiz
  • Weitere Kooperationspartner sind Hausärzte, Sozialdienste der Krankenhäuser, Seelsorger, Apotheken und Sanitätshäuser.
  • Palliativ-Ausweis für den Kranken, um eine ungewollte Aufnahme in einer Klinik zu vermeiden

Der demographischen Wandel und die Altersstruktur besonders hier in Mülheim erfordert diese multidisziplinäre Versorgung im häuslichen Bereich zusammen mit den Angehörigen, aber auch in den stationären Pflegeeinrichtungen bzw. im stationären Hospiz.

Am 15. Mai 2019 wurde die spezialisierte palliative Versorgung der Mülheimer Bürger in der Gesundheitskonferenz vorgestellt und eine Gruppe für Öffentlichkeitsarbeit unter Einbeziehung des Ambulanten Hospizes gegründet.                                                                                                                  Ursula König

 

Anschrift

Kohlenkamp 7
45468 Mülheim an der Ruhr
Telefon  0208 - 30 448 680
Mobil     0160 - 78 688 45
Bürozeiten
Montag bis Freitag
9.00 bis 12.00 Uhr
Mittwoch geschlossen