Ambulantes Hospiz Mülheim a. d. Ruhr e.V.

Leben in Würde bis zuletzt

Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Trauernden

 

 

 

 

Schwerstkranke in Mülheim zuhause gut versorgt

Die letzte Lebensphase trotz schwerster Erkrankung zuhause zu verbringen, das ist ein verständlicher Wunsch. Dieser Wunsch kann für Schwerstkranke in Mülheim nun erfüllt werden, nachdem eine „Allgemeine Ambulante Palliativ Versorgung“ ( AAPV) und ab Juli auch eine „Spezialisiert Ambulante Palliativ Versorgung „(SAPV) gewährleistet ist. Das Ambulante Hospiz ist in diese Versorgungen mit eingebunden.

Unsere ehrenamtlichen Begleiter*innen erlebten immer wieder, dass Menschen, die schwerstkrank sind , zwischen ihrer Wohnung, in der sie nicht ausreichend medizinisch versorgt werden konnten und dem Krankenhaus mehrfach hin und her pendeln. Nach einer zwischenzeitlichen Versorgung  im Krankenhaus, mit Schmerz- und Symptombehandlung , kamen sie wieder nach Hause , um am Ende doch im Krankenhaus zu sterben.

Daher ergriff das Ambulanten Hospizes bereits 2014 im Zusammenwirken der Krankenkassen und der Mülheimer Pflegedienste die Initiative,  einen Palliativpflegedienst in Mülheim zu gründen. Allen Pflegediensten der Stadt wurde angeboten, die Fortbildung für zehn Fachkräfte zu finanzieren. Allein die Diakonie nahm dieses Angebot an und bildete 10 ihrer Fachkräfte in „Allgemeiner Ambulanter Palliativ Versorgung“ (AAPV) aus.

Seit 2016 versorgen diese Fachkräfte im Pflegedienst „Pflege Palliativ Ruhr“ zusammen mit ihren Angehörigen, unheilbarKranke zuhause.                                                                 

Was bedeutet  AAPV  „Allgemeine Ambulante Palliativ Versorgung“: Sie hat das Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten mit ihren Angehörigen so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung, in stationären Pflegeeinrichtungen, bzw. stationären Hospizen zu ermöglichen.

Die Palliativversorgung wird vom Hausarzt verordnet, wenn ein Patient an einer unheilbaren Krankheit leidet und die Lebenserwartung  wenige Wochen oder Monate beträgt. Es sind Menschen, die an Tumorerkrankungen leiden, neurologische Krankheiten, wie Parkinson im fortgeschrittenen Stadium haben, schwer Herzkranke oder chronische Nierenkranke, die die Dialyse ablehnen.

Die Kosten werden von der Kranken- und Pflegekasse getragen.

Die Palliativpflege erfolgt durch den ambulanten Pflegedienst mit palliativmedizinischer Basisqualifikation mit dem Ziel, die Symptome der Erkrankung ohne Termindruck zu lindern.

  • Das bedeutet für den Kranken: Umfassende, individuelle und fachkundige Beratung und Unterstützung rund um das Thema Pflege und Palliativversorgung
  • 24-Stunden-Bereitschaft
  • Grundpflegerische Versorgung B. Hilfestellung bei der Körperpflege, der Mobilität, der Ernährung  und der Ausscheidung
  • Medizinische Behandlungspflege B. Erbringen der vom Arzt verordneten Leistungen zur Schmerztherapie, wie Medikamentengabe, Infusionen, Port- und Wundversorgung 
  • Versorgungs- und Medikamenten–Management durch Abholung von Medikamenten und Zusatzernährung aus der Apotheke
  • Psychosoziale Begleitung mit Hinzuziehung des Ambulanten Hospizes

Ab Juli dieses Jahres steht den Schwerstkranken nun auch eine  „Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung“  (SAPV)  – in Ergänzung zur  AAPV  -  zur Verfügung.

Die niedergelassenen Haus- und Fachärzte  des Vereins Doc-Net in Mülheim haben diese spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) aufgebaut.  Sie wird von den Haus- oder Palliativärzten verordnet und von den Krankenkassen erstattet.

In Mülheim stehen den Sterbenskranken derzeit sechs spezialisierte, niedergelassene Palliativärzte und zusätzlich Palliativärzte aus den beiden Krankenhäusern sowie fünf spezialisierte Palliativ Pflegekräfte 24 Stunden an 365 Tagen zur Seite. Ein Büro für die Koordinierungsstelle ist eingerichtet.

Die  SAPV  greift immer dann, wenn die  AAPV  der höheren Symptomlast der Schwerstkranken nicht mehr gerecht werden kann und die aus dem Krankheitsverlauf resultierenden Probleme den Einsatz eines  spezialisierte Palliativteams  SAPV  notwendig machen. Dieser Einsatz kann vorrübergehend oder dauerhaft stattfinden. Jedoch nur ein Teil aller sterbenskranker Menschen – etwa ein Zehntel - haben diese besondere Art der Zuwendung nötig.

Die SAPV ist ein Baustein und Teil einer Versorgungsstruktur für ausschließlich auf Palliativ-versorgung angewiesene, schwerstkranke Menschen und deren Angehörigen.

Was beinhaltet die SAPV „Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung“

  • Berücksichtigung und Einbeziehung gewachsener Strukturen
  • Koordinierung und Vernetzung von notwendigen Versorgungsleistungen
  • Arbeit in Teams und Netzwerken mit regelmäßiger multiprofessioneller Fallbesprechung
  • Dokumentation
  • Spezialisierte palliativärztliche und palliativpflegerische Beratung und Versorgung
  • Kooperationen mit Pflegediensten, vor allem dem Pflegedienst Pflege Palliativ Ruhr, der durch die AAPV  spezialisiert ist auf die Betreuung sterbenskranker Menschen.
  • Einbindung der Psychoonkologie
  • Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospiz für die psychosoziale Betreuung
  • Kooperation mit dem Stationären Hospiz
  • Weitere Kooperationspartner sind Hausärzte, Sozialdienste der Krankenhäuser, Seelsorger, Apotheken und Sanitätshäuser.
  • Palliativ-Ausweis für den Kranken, um eine ungewollte Aufnahme in einer Klinik zu vermeiden

Der demographischen Wandel und die Altersstruktur besonders hier in Mülheim erfordert diese multidisziplinäre Versorgung im häuslichen Bereich zusammen mit den Angehörigen, aber auch in den stationären Pflegeeinrichtungen bzw. im stationären Hospiz.

Am 15. Mai 2019 wurde die spezialisierte palliative Versorgung der Mülheimer Bürger in der Gesundheitskonferenz vorgestellt und eine Gruppe für Öffentlichkeitsarbeit unter Einbeziehung des Ambulanten Hospizes gegründet.                                                                                                                  Ursula König

 

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